"Ich geniesse den Kontakt zu meinen Studenten"

Paul Mason (46), ist seit 2006 als Fachlehrer für Englisch an der Klett Akademie tätig. Er betreut die Kursteilnehmenden in den Englischkursen, zum Beispiel auch im Kurs Cambridge Certificate in Advanced English. Er spricht über seine Erfahrungen im Umgang mit den Kursteilnehmenden, die grössten Herausforderungen und die Besonderheiten der Methode Fernunterricht.

Herr Mason, Sie sind von Beginn an bei der Klett Akademie als Fachlehrer für die Englischkurse verantwortlich. Welchen Eindruck haben Sie von den verschiedenen Englischkursen?

Egal, welches Niveau ein Student hat, für jeden gibt es einen passenden Kurs - vom „waschechten“ Anfänger bis fast zum Universitätsniveau. Natürlich sind die Cambridge- Prüfungen sehr wichtig. Jährlich bereiten sich über 1.5 Millionen Prüfungskandidaten auf eine Cambridge-Prüfung vor. Daher sind unsere Lehrgänge für das Cambridge First Certificate in English und das Cambridge Advanced sehr beliebt. Mit steigender Tendenz.
Aber es geht nicht nur um die verschiedenen Niveaus. Mit Kursen wie Business Englisch und English Express haben die Studenten eine breite Auswahl. Die Wolverhampton Universität hat zum Beispiel den Business English Kurs mitentwickelt. Studenten bearbeiten Situationen aus dem Businessalltag mit der Hilfe einer interaktiven CD. Die Interviews und Gespräche sind sehr lebensnah.
Lehrgänge wie Englisch für Anfänger oder English Express haben eine ganz andere Zielsetzung. Hier haben die Teilnehmer die Gelegenheit kreativ mit Artikeln, Briefen, Essays, etc. Sprache und Sprachenlernen zu geniessen.


Wie ist der Wissensstand der einzelnen Kursteilnehmer?

Im normalen Klassenunterricht muss der Student sich an das Tempo und Niveau der Klasse anpassen. Der Lehrer muss sich dabei leider oft für einen Mittelweg zwischen den starken und schwachen Studenten entscheiden. Und wie oft gehen in der Klasse wichtige Fragen verloren?
Im Fernkurs fällt dieses Problem weg. Der Student bestimmt selbst das Tempo. Über den Online-Campus hat er direkt Kontakt mit dem Lehrer und kann dem Lehrer seine Fragen stellen. So hat der Student die 100%ige Aufmerksamkeit des Lehrers und der Lehrer kann sich Zeit für eine klare Antwort oder Erklärung nehmen. Das ist genial!

Welche Unterschiede sehen Sie zu Kursteilnehmern, die im Präsenzunterricht Englisch lernen?

Ich geniesse den Kontakt zu meinem Studenten. Es gibt nicht zwei, die gleich sind. Fähigkeit und Persönlichkeit drücken sich immer aus und es ist erstaunlich, wie schnell auch im Fernkurs diese Lehrer-Student-Beziehungen entstehen können. Auch hier habe ich ein grosses Spektrum von Studenten. Darunter sind Geschäftsleute, Hausfrauen, Studenten, Arbeitslose…alle Berufsgruppen, von der Krankenschwester bis zur Geschäftsführerin. Es ist nie langweilig.
Wichtig sind für mich die Motivation, das Bedürfnis und die Lerntechnik jedes Studenten. Je mehr ich darüber weiss, desto besser kann ich helfen.
Vielleicht die grösste Herausforderung ist die Selbstdisziplin. Hier gibt es keine „Umgehung“. Jeder muss selbst die Entscheidung für sich treffen. Aber auch hier ist der Student nicht auf sich allein gestellt.

Fast jeder Lernende hat irgendwann während eines Kurses kleinere oder grössere Motivationsprobleme. Was raten Sie Kursteilnehmern, die mit einem „Durchhänger“ zu kämpfen haben?

Ja, früher oder später erleben wir alle einen Rückschlag, stehen vor einem Hindernis oder anderem Problem. Das ist das Leben. Aber man ist nie wirklich allein. Ich ermutige meine Studenten im Kurs, Fachfragen zu stellen. Wenn man das nutzt, ist es viel einfacher einen Kurs durchzuarbeiten, weil wir Hindernisse so besser beseitigen können. Ich kann oft Tipps und Tricks geben und ich bin selbst auch motiviert, wenn ein Student ein Problem überwindet.
Eine grosse Hilfe sind die anderen Studenten. Auf dem Online-Campus gibt es Foren und Chat. Auch wenn noch keine Gruppe existiert, kann ein Teilnehmer eine Gruppe starten. Ein offenes Email im Forum kann oft Dinge in Bewegung bringen. Das ist auch ein guter Weg, neue Leute zu kennen lernen.


Allen Teilnehmern steht der Online-Campus zur Verfügung. Welche Erfahrungen haben Sie im Umgang mit dieser Lernplattform gemacht?

Der Online-Campus ist ein super Werkzeug. Aber es braucht Zeit und Geduld am Anfang. So ist es mit allen Tools. Aber es lohnt den Zeitaufwand, weil die Möglichkeiten gross sind. So kann man zum Beispiel ganz einfach Audiomaterial wie mp3-Daten benutzen und einsenden. Es ist wirklich eine Gewohnheitsfrage. Und auch hier wird man nicht alleingelassen. Der Fachlehrer und das Team der Studienbetreuung stehen zur Verfügung und können Dinge erklären.

Eine andere Möglichkeit für den persönlichen Kontakt sind Telefon und Seminare. Letztere bieten Sie in einer ganz besonderen Umgebung an.

Richtig, die Seminare finden bei mir in St. Antönien in einem renovierten Bauernhof mitten in den Bergen statt. Natürlich ist die Umgebung wunderschön. Ein Ort der Erholung und darum auch ein perfekter Ort für Seminare.

  • Zuerst die kleinen Gruppen (zwei bis sechs Leute). Hier lernen die Teilnehmer einander schnell kennen, bauen Hemmungen ab, und es entsteht eine vertraute Atmosphäre.
  • Zweitens: Wir sind in der Schweiz und doch in einer englischsprachigen Umgebung. Im Haus sprechen wir nur Englisch.
  • Drittens: Wir nehmen uns Zeit für jeden. Zeit für alle Fragen, Zeit für gemeinsame Aktivitäten aber auch für die persönliche Betreuung. Aber mindestens genauso wichtig sind die vielen Gespräche während des Essens, der Wanderungen und in der Freizeit.
  • Viertens: Die Seminare passen zu den Studenten. Das ist möglich, weil ich Seminare mit Studenten mit ähnlichem Niveau bilde. Und es kommen Kursteilnehmer von der Klett Akademie, die den gleichen Kurs besuchen.


Ein schönes Erlebnis dieses Jahr war der Erfolg des First Certificate-Seminars. Alle Teilnehmer waren gut für die Prüfung vorbereitet und alle haben bestanden.
Aber sie fragten auch nach der Möglichkeit des telefonischen Kontakts.
Das ist auch ein wichtiger Service und so können viele Fragen, wie die Einstufung des Niveaus für einen neuen Teilnehmer schnell, genau und effektiv geklärt werden. Auch hier nimmt die Nachfrage zu.

Die Teilnehmerzahlen in Ihren Kursen steigen kontinuierlich an. Englisch ist heute aus dem Berufsalltag nicht mehr wegzudenken, aber auch im Privaten kommt man ohne Englischkenntnisse kaum mehr durch. Warum ist „Englisch“ eigentlich so wichtig?

Weltweit gibt es zwischen 380 und 400 Millionen Menschen, die Englisch als Muttersprache sprechen. Aber 1,4 Milliarden sprechen Englisch als zweite Sprache. Und diese Zahl nimmt massiv zu. In diesem Sinn ist Englisch nicht nur eine Muttersprache, vielmehr ist es eine Weltsprache. Die Sprache gehört uns ebenso wie den Menschen in Afrika, Asien und Europa. Weltweit ist die grosse Mehrheit alle Computerinformationen in Englisch gehalten. Und Technologie ist nur ein Bereich, auch durch Handel, Sport, Unterhaltung, Verkehr und viele andere Dinge wird Englisch gefördert.

In Europa lernen 89% aller Kinder Englisch in der Schule. Und hier in der Schweiz, wo so viele internationale Firmen tätig sind, ist die Business-Sprache oft Englisch.
Und auch im Privaten: Die Welt ist klein und unsere Generation und die folgenden Generationen werden mehr und mehr Beziehungen mit Menschen aus der ganzen Welt knüpfen. Stichwort: Barack Obama, der nächste US-Präsident, der diesen Wandel verkörpert: Mutter aus den USA, Vater aus Kenia. Dieser Wandel ist eine riesige Herausforderung aber auch eine grosse Chance und Englisch ist Medium und Ausdruck dieses Wandels. Welcome to the 21st Century!


Paul Mason kommt aus der Nähe von Cambridge/Grossbritannien und lebt seit 1996 in der Schweiz, in St. Antönien (GR). Seit Ende 2006 ist er Fachlehrer für die Englisch-Kurse an der Klett Akademie.

Wenn Sie mehr erfahren wollen, hören Sie das kurze mp3-file oder besuchen Sie Paul Mason auf seiner Homepage www.paulmason.ch





   

 
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